Im Spiegel der Presse
Zügellose und starke Klänge (J. Brahms "Ein Deutsches Requiem", Mittelbayerische Zeitung, 27.10.2010)
„Langen Applaus gab’s zum Schluss für Horst Frohn und seine Chorphilharmonie Regensburg. Und das völlig zu Recht, führten sie eine beeindruckende Aufführung von Johannes Brahms’ „Deutschem Requiem“ in der Niedermünsterkirche auf. Groß ist schon das Werk: fünf mitreißende Viertelstunden Chormusik. Furcht, Trauer, Jubel, Verzweiflung – das alles hat Brahms in diesem nichtliturgischen, konfessionsübergreifenden Requiem auf engstem Raum versammelt und nach allen Regeln der Kunst verarbeitet. [...] Sehr schön beispielsweise, wie die Totenmarschmelodie „legato“ und gleichzeitig „un poco marcato“ gespielt und mit großem Bogen versehen wird. Bewundernswert immer wieder die Übergänge, eins ergibt sich wie selbstverständlich aus dem anderen.“
Randolf Jeschek – Mittelbayerische Zeitung
Delikatesse im Klang (Münchner Merkur, J. S. Bach "Weihnachtsoratorium" BWV 248)
„…schufen die Regensburger ein farbenreiches Klanggemälde mit festlichem Klang und vokaler Grazie. Frohn räumte seinen Musikern freien Raum ein, ließ die Musik fließen und natürlich atmen. Immer wieder bewies er sein Geschick für besondere klangfarbliche Reizwirkungen. (…) Lebendig und einfühlsam präsentierte sich der Chor, bestehend aus mehrheitlich jungen, gepflegten Stimmen mit einem warmen, kultivierten Klang. Alle Chorstellen waren durchhörbar, selbst polyphon dichte Stellen waren nachvollziehbar dank einer Dynamik, die stets in Bewegung war. Schlicht in der Reinheit und Wärme seines Klanges, imponierend in der Klarheit der Sprache und seiner harmonierenden, sehr guten Intonation.“
Claudia Koestler – Münchener Merkur
Beeindruckende
Leistung (Straubinger Rundschau, 17.11.2009; Joseph Haydn "Die Jahreszeiten)
Von Theodor Auer.
Besonders im mostseligen Lustgesang
wurde den sängerischen und
instrumentalen Emotionen freier
Lauf gelassen. Sehr schön intoniert – die Jagdhornszene! Besonders im mostseligen Lustgesang
wurde den sängerischen und
instrumentalen Emotionen freier
Lauf gelassen. Sehr schön intoniert – die Jagdhornszene! Die brütende
Sommerhitze im 2. Satz, direkt „fühlbar“ die Donner des herannahenden
Gewitters, all dies ließ interpretatorisch
keine Wünsche offen.
Empfindungsmäßig dreigeteilt, der
Winter. Zum einen die Trostlosigkeit
eines ermatteten Schneewanderers,
im Gegensatz hierzu die fröhlich-lustige Stimmung in der Bauernstube
und letztlich die Metapher
Winter – Tod.
Lange, gebannte Stille
(Mittelbayerische Zeitung, 3.11.08;F. Mendelssohn-Bartholdy "Paulus", Op. 36)
Überwältigend: Mendelssohns selten gespielter „Paulus“
Regensburg. Von Gerhard Dietel, MZ
Von Mendelssohns beiden großen Oratorien hat sich einzig der „Elias“ einen festen Platz in der Konzertpraxis erobert. Der zehn Jahre früher, nämlich im Jahre 1836 uraufgeführte „Paulus“ ist dagegen weit seltener zu hören: dramaturgische Schwächen des nach Worten der Bibel zusammengestellten Librettos werden auch durch die Einfallskraft von Mendelssohns Musik nicht immer aufgewogen. Immerhin: das derzeit von der katholischen und orthodoxen Kirche begangene „Paulusjahr“ bot der „Regensburger Chorphilharmonie“ unter Leitung von Horst Frohn willkommenen Anlass, Mendelssohns Werk wieder einmal aufzuführen.
Die historischen Vorbilder sind in Mendelssohns Partitur mit Händen zu greifen. Erregte Volkschöre und integrierte Choralstrophen verweisen auf Bachs Passionen, während die großen Chorsätze Händelsche Größe entwickeln. Doch auch die Distanz wird kenntlich: in den zahlreichen, typisch Mendelssohnschen Lyrizismen von nazarenischer Schönheit und in der Verwendung des großen sinfonischen Orchesters.
Vom ersten Ton an macht Horst Frohn bei der Aufführung in der Niedermünsterkirche diese Distanz kenntlich. Mit einem pastosen Klang in dunklen Farben lässt er die Ouvertüre ganz getragen beginnen, bevor im folgenden schnellen Teil kämpferische und triumphale Züge hervortreten. Überwältigend ist dann die Wucht des Eingangschors: Das bis auf kleine Unschärfen während des Abends sicher agierende Orchester bildet das Fundament für das kraftvoll-emphatische „Herr! Der du bist Gott“ der Sängerinnen und Sänger der Chorphilharmonie. An Stimmstärke lässt es der Chor auch in der Folge nicht fehlen, zeigt sich aber ebenso wendig in den polyphonen Abschnitten, schlagkräftig in den dramatisch akzentuierten Turba-Chören und zudem fähig, einige kleinere Solorollen aus seinen Reihen zu besetzen. Durchweg beglückend sind die eigentlichen Solopartien besetzt. Flexibel zwischen sachlichem Bericht, dramatischer Schilderung und andächtiger Kontemplation wechseln Doris Döllinger (Sopran) und Juan Carlos Falcon (Tenor), die sich die Erzählerrolle teilen, aber auch in den Arien mit wundervoll lyrischem und strahlendem Timbre glänzen.
Anhaltender Schlussapplaus
Dem Paulus verleiht der Bariton Ulrich Wand mit klarer Diktion ein markantes Profil zwischen religiösem Eifern und ruhiger Würde. Das Solistenquartett ergänzt noch Jennifer Crohns mit warmem, fülligem Alt: schade, dass Mendelssohn ihr nur eine Randrolle zugeteilt hat.
Von der Figur des Paulus weg ins Ideelle, Überzeitliche wendet sich der Schlusschor. Alle vokalen und instrumentalen Kräfte vereinigen sich zum letzten „Lobet den Herrn!“. Lang noch schwingt der überwältigende Schlussakkord im Raum aus. Sekundenlange, gebannte Stille: dann erst setzt der anhaltende Schlussapplaus ein.
Romantisch-dramatisches Klanggemälde
2002; Benefizkonzert zugunsten der Krebshilfe Regensburg
Felix Mendelssohn-Bartholdy "Elias", Op. 70
Horst Frohn bot mit seinem bestens präparierten Vokalensemble
Laaber, exzellenten Solisten und dem engagiert und differenziert
aufspielenden Mitgliedern des Sinfonischen Orchesters der Stadt
Karlsbad eine mustergültige Interpretation des romantischen
Oratoriums aus dem Geiste Bachs. Seine Intention zielte weniger auf
die bloße Freilegung formaler Feinheiten, die Mendelssohns
Bachnähe dokumentieren, ls vielmehr auf die Entfaltung eines
farbenreichen, romantisch-dramatischen Klanggemäldes – und
dieses Konzept ging in der halligen Akustik der Niedermünsterkirche
voll auf.
Frohn gestaltete
die fast opernhafte Grundhaltung des Werkes zupackend, intensiv und
mit sicherem Gespür für die klangliche Raffinessen
Mendelssohns.
Das Vokalensemble
Laaber, in nur zehn Jahren zu einem Chor von hoher Qualität
gewachsen, konnte neben exakter Diktion und Artikulation vor allem
mit ausgefeilter Dynamik, grandiosen Steigerungen und klanglichem
Glanz überzeugen. Der Chor sang die turbulenten Volksszenen
fesselnd, die homophonen Choralpassagen schlicht und ließ in
den zweieinhalb Stunden nie an Spannung nach.
Gesteigert wurde diese Leistung durch das Solistenquartett, allen voran Stephen Bronk (Deutsche Oper Düsseldorf) und die gebürtige Regensburgerin Doris Döllinger. Bronks voll-markanter Bass-Bariton erfüllte Mendelssohns Ideal des Propheten, den er sich „stark, eifrig und wohl auch bös und zornig und finster und doch getragen wie von Engelsflügeln“ wünschte. Balsamisch seine Arien, ergreifend die Zornesausbrüche. Doris Döllinger verlieh ihren Figuren eine Stimme, wie man sie so in Regensburg lange nicht mehr gehört hat: einen farbenreichen, runden lyrischen Sopran mit strahlend-aufblühender, leichter Höhe. [...]
Standing Ovations
zum Schluss!
Gerhard Heldt /
Mittelbayerische Zeitung
Urknall und Chaos in vollendeter Harmonie
2003; Joseph Haydn "Die Schöpfung" (H 21:2)
Die
hervorragende Gesangsleistung lag begründet in einem homogenen
und doch äußerst schattierungsfähigen Chorklang,
einer sauberen Intonation und einer beseelten Artikulation, wenn man
sich auch gelegentlich etwas prononciertere Anlautkonsonanten
gewünscht hätte. Bereits der erste Choreinsatz – beim
„Es werde Licht“ und „Es ward Licht“ –
überzeugte„Die mit einer überwältigenden, jähen
Änderung des Tongeschlechts vom sehr verhaltenen c-Moll zum
wunderbar aufstrahlenden C-Dur, im Wechsel der Dynamik vom Piano zum
Fortissimo. Chor- und Orchesterleiter Horst Frohn hatte die
komplizierten Satz- und Fugenteile, die heiklen Einsätze , das
An- und Abschwellen so exakt einstudiert, dass er sich den Soli
widmen konnte.
Elisabeth
Schrauzer / Süddeutsche Zeitung
Gewichtiges Wort im Musikleben der Stadt 2004; Anton Bruckner "Messe in f-moll" (WAB 28)
[...] gestaltete die Chorphilharmonie eine in jedem Moment fesselnde Aufführung von Bruckners f-Moll-Messe. Von den ersten drei sich steigernden „Kyrie“ Anrufungen bis zum milde leuchtenden „Dona nobis pacem“-Schluss zeigten sich die Sängerinnen und Sänger hellwach und reaktionssicher, von ihrem Chorleiter Horst Frohn offenbar glänzend vorbereitet, was die klare Intonation von Bruckners oft verschlungener Harmonik, die Ausdrucksgestaltung und die Deutlichkeit der Diktion betrifft.
Gerhard
Dietel/Mittelbayerische Zeitung
Endzeit-Stimmung bei Oktobersonne 2005; Johannes Brahms "Ein deutsches Requiem", Op. 45
Mit
gedecktem Klang führen tiefe Streicher und Hörner in diese
Stimmung ruhiger Gelassenheit ein; ganz piano, aber doch mit einem
A-Capella-Klang voller Tragkraft und Fülle intoniert der Chor
die ersten Worte, bevor er sich ins Forte aufschwingt, um zu
verkünden, dass jene die mit Tränen säen, mit Freuden
ernten werden. Geschmeidig im Ausdruck folgen die vorzüglich
einstudierten Sängerinnen und Sänger den Wendungen des
Textes, mit guter Artikulation und Phrasierung, und sie haben auch
Stehvermögen für die großen Schlussfugen.
Gerhard
Dietel / Mittelbayerische Zeitung
Schwungvoll angepackt 2007; Johann Sebastian Bach "Messe in h-moll" (BWV 232)
[...] und wohl präpariert dafür erschien der Chor, den komplizierten, oft fugierten Chorsätzen [der h-Moll-Messe] durchaus gewachsen.
Wenn
in manchen Stimmen der Klang etwas eng geriet, dann ließen doch
schwungvoll und flott angepackte Teile wie das Gratias, das Cum
sancto spiritu oder das Osanna in excelsis dieses Manko vergessen.
Sternstunde statt Kraftakt 2007; Johann Sebastian Bach "Weihnachtsoratorium" (BWV 248), Kantaten I, II, III, IV
Ein Oratorium zum
Jauchzen und Frohlocken, zumal das Barockensemble Leoni zusammen mit
der Chorphilharmonie Regensburg unter der Leitung von Horst Frohn das
monumentale Werk über die Geschichte der Geburt Jesu
durchsichtig, filigran und doch kernig expressiv interpretierte. Der
große Chor bot nicht nur soliden Rückhalt, sondern setzte
Glanzlichter. Er überzeugte in jedem Moment mit dramatischer
Gewalt und mit transparenten Tonfacetten. Frohn hatte dem exzellenten
Chor und dem nicht minder guten Orchester in kürzester Zeit eine
erstaunliche Leichtigkeit und polyphone Vielschichtigkeit
antrainiert. Jeder der vielen Choräle und Chöre war
genauestens phrasiert und dynamisch abschattiert. Auch das Orchester
begeisterte mit seinem ausgereiften Spiel. Genau wussten die Musiker
um den Sinn jedes Takts, kannten die Tiefenschichten von Musik und
Text und ließen sie an der Oberfläche durchschimmern.
Schon das federnde „Jauchzet, frohlocket“ ließ die
Herzen höher schlagen, und diese bewegende Stimmung hielten die
Musiker auch über die folgenden 90 Minuten aufrecht.
Carolin Masur füllte
den Kirchenraum mit wunderbar vollem, ausgereiftem Alt und einem
bewegenden Ausdruck in der Stimme. Ulrich Wands tief auslotender,
voller Bass erklang tragfähig und edel. Juan Carlos Falcon war
mit seinem hellen und klar artikulierenden Tenor der rechte Mann für
den Evangelisten, während Doris Döllinger mit ihrem silbrig
voluminösen Sopran punktete.
Die Zuhörer
fühlten sich mit dieser hochwertigen Interpretation des
Weihnachtoratoriums bestens auf die Weihnachtszeit eingestimmt und
dankten es mit stehenden Ovationen.
Claudia
Koestler/Münchener Merkur
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